Rückblick Q2 2020: Hinfallen, Krone richten, weitermachen! Ist Corona schon vorbei?

+ Sparquote in Q2 2020: 48,7 %
+ Gesamt-Rich-Bitch-Status: 16,3 %
+ Passive Einnahmen pro Monat: 152,15 Euro (vor Steuern)

Das letzte Quartal stand im Zeichen steigender Kurse und sinkender Prokrastination. Zwar zwickt es noch hier (P2P) und da (Aktien), aber im Großen und Ganzen läuft’s. Und das schnurstracks auf die Erreichung meines ersten großen Meilensteins zu! Insgesamt ist der Dämpfer durch Corona aktuell wieder ausgeglichen.

Trotz sinkender P2P-Invests bleibt auch das monatliche passive Einkommen auf einem guten, wenn auch ausbaufähigen Stand. Ein paar Dividenden wurden trotz aller Katastrophen ausgezahlt und die ETFs tun, was sie sollen: unspektakulär ein kleines Vermögen aufbauen.

Aber nun der Reihe nach.

P2P-Kredite & Crowdinvesting

Aktueller Stand:
10,4 % des Gesamtvermögens in P2P (ohne G&G) // Ziel max. 15 %

Wie angekündigt räume ich aktuell die P2P-Depots leer, die in der nächsten Zeit – aus genannten Gründen – nicht mehr von mir aktiv genutzt werden:

  • Nach „nur“ 3 Monaten sind bei Bondora G&G die gesamten investierten Mittel centweise auf dem Hauptkonto angekommen. Eine Reaktivierung hat für mich aktuell ein dickes Fragezeichen, auch wenn der große Run wohl vorbei ist.
  • Bei Lenndy hatte ich nicht viel investiert, daher ist das Depot schon fast komplett leergeräumt und das abgezogene Geld war auch innerhalb eines Tages auf meinem Bankkonto.
  • Alles, was ich bei Grupeer investiert habe, habe ich innerlich abgeschrieben. Aber wie man den Nachrichten seitens des Grupeer-Teams entnehmen kann, schließen sie nicht einfach den Laden zu, sondern suchen nach Lösungen. Die sind vielleicht etwas komplexer und auch nicht immer 100%ig nachvollziehbar, aber: Mein abgezogenes (und verschwundenes) Geld ist wieder im Depot aufgetaucht und es gibt so etwas wie einen Rückzahlungsplan. Meine Daten habe ich aktualisiert – jetzt heißt es: warten und Daumen drücken.
  • Auch bei Flender habe ich mich für die Auszahlung verifiziert und die ersten Euros abgezogen. Viel liegt auch dort nicht, es wird also recht schnell gehen, bis hinter diese Plattform ebenfalls ein Haken gesetzt werden kann.
  • Bei Robocash hatte ich den Autoinvestor gestoppt und schon stauten sich die Rückzahlungen auf. Jetzt ist nur noch ein minimaler Restbetrag investiert, der aber in den nächsten 50 Tagen ebenfalls zurückgezahlt sein sollte. Das Abziehen ging auch hier völlig unproblematisch – allerdings war es etwas tricky, die Rückzahlungen vom Autoinvestor in das Plattform-Depot zu überführen, um es überhaupt auszahlen zu können. Wie sich das lösen ließ, zeigen Vincent von freaky finance, Hobbyinvestor Sebastian und ich in einem in Kürze erscheinenden Video.

In meinem P2P-Depot verbleiben:

  1. Grupeer (15,2%)
  2. Flender (12,04%)
  3. Robocash (12%)
  4. Lenndy (12%)
  5. EstateGuru (11,78%)*
  6. Mintos (11,77%)*
  7. Viainvest (11,53%)
  8. Peerberry (10,82%)
  9. ? Bulkestate ?
  10. ? Bondora G&G (6,75%)* ?

Vielleicht gibt es in einem eigenen Artikel mal eine Einschätzung, warum genau diese Plattformen für mich mehr Potenzial/Sicherheit haben als die anderen. Lass mich doch in den Kommentaren wissen, ob Dich das interessiert – oder ob die Entscheidungskriterien nicht sowieso ganz offensichtlich sind.

Großartig aufstocken werde ich die verbleibenden Plattformen erst einmal nicht. Auch wenn EstateGuru* gerade verstärkt mit sich verspätenden Krediten kämpft, werde ich die dort vorhandenen liquiden Mittel weiter investieren und dann erstmal abwarten. Genauso handhabe ich das mit den restlichen Plattformen: Die Autoinvestoren laufen, aber ich erhöhe nicht. Mit knapp 10 % meines Vermögens bin ich sowieso recht intensiv in P2P investiert. Sobald die anderen Assetklassen stärker ausgebaut sind, darf P2P auch wieder wachsen. Aber solange halte ich die Füße still.

Die Zinsen sind durch das Abziehen des Kapitals natürlich stark gesunken und springen zurück auf das Niveau von Q2 2019.

Derweil sind die ersten Seedmatch-Zinsen eingetrudelt. Ich hatte einen Testbetrag eingesetzt und nun gibt es einen ersten kleinen Ertrag direkt aufs Girokonto. So könnte sich also ein selbstgebautes Grundeinkommen anfühlen. Wenn es jetzt noch 12,50 Euro übersteigt und nicht nur alle paar Monate kommt, wird ein Schuh draus 🙂

Aktien und ETFs

Meine Verluste haben sich massiv neutralisiert und die Buchwerte stehen wieder okay da. Natürlich nicht wie zu Hochzeiten, aber weit davon entfernt nun auch wieder nicht.

Mich persönlich macht das misstrauisch – mir ging das Ganze deutlich zu schnell. Es passt einfach nicht zusammen, dass während einer weltweiten Pandemie, während Unruhen in den USA toben und erschreckende Arbeitslosen- und Kurzarbeitsquoten gemeldet werden, trotzdem an der Börse eitel Sonnenschein herrscht. Bereiten sich nicht alle gerade auf eine überfällige Rezession vor?

Meine liquiden Mittel sind erhöht, die Watchlist für solide Einzelaktien steht. Ich bin SEHR gespannt auf den Herbst.

Und wenn alles ganz anders kommt, schraube ich die ETF-Sparpläne hoch, erweitere um 1-2 Einzelaktien-Sparpläne und senke peu à peu die Liquidität.

Dividenden gab es diesen Monat von:

  • Pfeiffer Vakuum
  • Freenet
  • Evonik
  • Telekom

Bauchschmerzen hat mir meine Position Lufthansa-Aktien beschert, als der Kurs dank der Insolvenzmeldungen ordentlich einbrach und nicht klar war, wie sich das Ganze entwickelt und ob/wie der Staat einspringt. Sollte ich alles verkaufen, solange es überhaupt noch etwas wert ist? Nur einen Teil verkaufen und so vielleicht nur einen Teilverlust realisieren? Gar nichts tun?

Ein Telefonat mit meinem Großvater später hatte ich die Füße wieder auf dem Boden und folgte seinem Rat: einfach die Position halten und nichts verkaufen – wenn der Staat einspringt, wird das schon gut werden. Bisher zeichnet sich ab, dass das genau die richtige Entscheidung war.

Meine ETFs thesaurieren derweil artig vor sich hin – sehr unspektakulär das Ganze. Dafür habe ich von meinem Broker eine Aufstellung über die Wertentwicklung in 2019 erhalten inkl. einer Kostenaufstellung. Tatsächlich sind die (angekündigten und erreichten) Kosten von 0,45 % angenehm niedrig, während die Wertentwicklung durchaus nett aussah. Damals, 2019.

Aktuell habe ich eine Wertentwicklung von 3,93 %, nur der Arero steht mit -3,7 % noch in den roten Zahlen.

Im vergangenen Quartal habe ich mich zwei Mal auf die Suche nach dem perfekten nachhaltigen ETF gemacht. Puh, war das unbefriedigend! Eigentlich sind meine Anforderungen gar nicht so groß (dachte ich zumindest). Ich suche nur nach einem ETF, der:

  • physisch repliziert
  • ob thesaurierend oder ausschüttend wäre mir sogar egal
  • Kosten dürften sogar etwas höher sein
  • Er sollte nur bitte halbwegs breit diversifiziert sein (also mehr als, sagen wir: 50 Firmen)
  • Aber wenn schon nachhaltig, dann bitte mit Ansage

Und meinst Du, ich wäre fündig geworden?! Bei dem, was unter „nachhaltig“ geführt wird, passen für mich die Kriterien einfach nicht. Und dabei habe ich die Ansprüche immer weiter und weiter gesenkt. Aber das nachhaltigste, was ich gefunden habe, ist ein japanischer Sonder-ETF, der – in meinen Worten – die Firmen bündelt, die nur ein bisschen weniger schlimm sind als die anderen.

Kann das wirklich alles sein? Wo sind sie, die grünen Super-ETFs, deren Unternehmen nicht nur ein bisschen weniger die sozial Schwächsten ausnutzen und den Planeten nur ein bisschen weniger zerstören als der Rest, sondern die aktiv an der Zukunft einer gesünderen Umwelt und faireren Gesellschaft schrauben?

Da ist wohl noch ein bisschen suchen (oder warten – je nachdem) nötig. Ich halte Dich auf dem Laufenden, wenn ich fündig werde. Oder hast Du vielleicht einen coolen Tipp für einen ETF, den ich mir näher ansehen sollte? Ab damit in die Kommentare!

Sonstige Invests

Im Juni wären eigentlich die Zinsen für meine Geschäftsanteile bei meiner Hausbank fällig gewesen. Seit ein paar Jahren nehme ich die jährlichen rund 4,4 % Zinsen mit und habe diesen Betrag unter „eher sichere“ Investitionen verbucht. So supersicher sind sich die Banken wohl auch gerade nicht, wie sie nach Corona dastehen. Auf jeden Fall wurde die Vertreterversammlung auf November verschoben und damit erhalte ich auch erst im November die entsprechenden Zinsen.

Humankapital & Medien

Im letzten Quartal hatte ich folgende Besucher auf meinem Büchertisch:

Für 2020 ist eines meiner Ziele, dass ich den Aspekt Handlungsintelligenz erhöhen werde. Das setze ich in die Tat um und habe im letzten Quartal verstärkt in mein Humankapital investiert:

  • Ich absolvierte die erste Hälfte eines Schreib- und Bloggingkurses
  • Außerdem habe ich etwas Geld für einen WordPress-Kurs in die Hand genommen; rein geht’s in die Technik hinter dem CMS-System!

Wo ich sowieso gerade schon dabei war, Prokrastination zu überwinden, habe ich mich auch gleich in das Tool Canva eingearbeitet und darin nicht nur Buchcover für weitere Publikationen entworfen, sondern auch meinem Blog brandneue Banner verpasst sowie meinem ganzen Projekt ein eigenes Logo spendiert:

Wie gefällt es Dir? Ich freue mich wie immer über Deine Meinung in den Kommentaren!

Und natürlich: Wie hast Du die letzten Monate erlebt? Traust Du P2P noch über den Weg – oder lässt Du künftig die Finger davon? Wie siehst Du die verrückten Aufs und Abs an der Börse – kommt jetzt die große Rezession? Ich bin gespannt, wie Du die Lage der Nation einschätzt!

*Transparenz: Bei diesem Link handelt es sich um einen Affiliate-Link. Falls Du Dich über diesen Link anmeldest bzw. etwas kaufst oder investierst, bekomme ich ein kleines Stück vom Kuchen ab. Für Dich bringt das keine Nachteile, dafür unterstützt Du jedoch ganz nebenbei meinen Blog. So oder so freut es mich, dass Du bis hierhin gelesen hast und sogar noch mehr freue ich mich über einen Kommentar von Dir!

9 Gedanken zu “Rückblick Q2 2020: Hinfallen, Krone richten, weitermachen! Ist Corona schon vorbei?

    1. Liebe Tanja, danke für Deinen netten Kommentar 🙂 Die Buchempfehlungen sind völlig ernstgemeint – nach den letzten „Griffen ins Klo“ endlich wieder lohnenswerte Literatur!

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  1. Also ich habe P2P während Corona als sichere Bank kennen und schätzen gelernt. Die Plattformen liefen fleißig weiter und brachten zuverlässig Zinsen ein. Einzig Bondora hat mir Sorgen gemacht: die Rendite war mit 7,8% eh schon immer unterirdisch, also habe ich alles auf G&G geschoben, wo man zeitweise kaum Geld abziehen konnte. Also habe ich alles geräumt und das Geld hälftig in Twino und Swaper investiert und mit einem kleinen Teil EstateGuru aufgestockt. Das hatte ich auch schon vor Corona vor und wollte es damals aber in Grupeer stecken – Glück gehabt.

    Während viele Aktien keine oder weniger Dividende gezahlt haben, lief bei P2P alles wie gehabt. Daher bleibe auch ich da, mit 10% des Gesamtvermögens aber wohlgemerkt.

    Liebe Grüße von einer anderen rich bitch!

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Finanzpferdchen, schön dass Du ein bisschen von Deinen eigenen Erfahrungen berichtest!

      Spannende Wahrnehmung von P2P btw; „sichere Bank“ wäre jetzt nicht das erste, was mir bei P2P einfallen würde – um es mal gelinde zu sagen. Aber ja, im Vergleich zu Dividenden hatte man weiterhin konstante Geldflüsse durch P2P-Zinsen. Diversifikation ist was Feines.

      Allerdings kann ich mir gut vorstellen, dass sich die Probleme, die bei der Börse zu Dividendenkürzungen und Kurseinbrüchen geführt haben, bei P2P einfach ein bisschen später abzeichnen – gerade im aktuellen Sonderfall. Sie hängen vielleicht nicht direkt miteinander zusammen, aber wenn viele Unternehmen in Schieflage geraten, kracht erst die Aktie und nach ein paar Monaten kann der ehemalige Arbeitnehmer seine Kredite nicht mehr bedienen. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Probleme sich hier nur etwas später zeigen, aber da sind wir in einem halben Jahr schlauer. Bei EstateGuru steigen gefühlt auch gerade die Verspätungen der Projekte stark an, bei Flender gibt es Rückzahlungspausen von mehreren Monaten und über Grupeer müssen wir gar nicht erst sprechen. (Glückwunsch, dass Du diesen Kelch an Dir hast vorüberziehen lassen!) Dass bei einem Riesen wie Bondora die Liquidität ein Problem geworden ist, kam noch obendrauf, aber das scheint aktuell immerhin überstanden zu sein. Daher ist es vermutlich eine sehr gute Idee, die 10 % nicht zu übersteigen.

      Stay tuned!

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  2. Hallo Sventja,

    deine Seite und deine Artikel gefallen mir sehr gut!
    Bezüglich nachhaltigen ETFs frage ich mich, ob nicht die „SRI-Varianten“ des MSCI World bzw. EM von iShares (A2DVB9 bzw A2AFCZ) was für dich wären? Liegt es an den Kriterien, die dir zu schwammig und nur „pseudo-nachhaltig“ sind? Vielleicht wäre das ja mal einen eigenen Artikel wert? 😉

    Liebe Grüße,
    Daniel

    Gefällt 1 Person

    1. Hi Daniel, danke für Deine netten Worte und die ETF-Vorschläge!

      Ja, es ist wirklich Zeit für einen eigenen Artikel über den Nachhaltigkeitsaspekt beim Investiren. Ich habe mich durch verschiedene andere Blogs gelesen, die das thematisiert haben, aber so die Super-Knallerquelle habe ich noch nicht gefunden.

      Die SRI-Varianten nehme ich dazu auch nochmal genauer unter die Lupe, aber Du hast da schon richtig getippt: Gerade bei den „Großen“ war ich negativ überrascht, dass da halt einfach irgendeine 08/15-Firma fehlt und sonst alles beim Alten ist. Greenwashing für das Investorenherz? Aber vielleicht sehe ich das auch zu kritisch. Also ja, ein Artikel dazu muss her! Falls Du noch Tipps hast, sind die immer gerne gesehen. Wie gesagt: das Feld ist noch etwas … weit.

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