Rückblick Q3 2020: Auf dem Weg zum selbstgeschaffenen Grundeinkommen

+ Sparquote in Q3 2020: 68,1 %
+ Gesamt-Rich-Bitch-Status: 18,1 %
+ Passive Einnahmen pro Monat: 147,13 Euro (vor Steuern)

Im 3. Quartal 2020 haben sich die Aktienkurse erholt und das Vermögen durfte – trotz Ausgaben für einen rasanten Actionurlaub in Slowenien – weiter stark wachsen, was u. a. dem Motorradverkauf geschuldet ist. Gleichzeitig starte ich nach längerer „inaktiver Phase“ wieder aktive Börseninvestitionen.

Die P2P-Plattformen habe ich erfolgreich reduziert und folge konsequent meinem Entsparungsplan für ein übersichtlicheres P2P-Portfolio. Gleichzeitig kann ich konstant mit rund 150 Euro passivem Einkommen pro Monat rechnen – selbst bei starken Dividendenkürzungen.

Diesen Wert muss ich also nur noch knapp verzehnfachen für die financial independence … Trotzdem habe ich mir in den letzten Jahren so ein eigenes „bedingungsloses Grundeinkommen“ geschaffen – und es wird mit jedem Investment mehr.

Aber nun der Reihe nach.

P2P-Kredite & Crowdinvesting

Aktueller Stand:
10,8 % des Gesamtvermögens in P2P // Ziel: max. 15 %

Die Reduzierung des P2P-Portfolios ist in vollem Gange und die Plattformen, die ich behalte, tun zuverlässig ihren Dienst. Robocash ist fast und Lenndy bereits vollständig entspart – ich hätte nicht gedacht, dass das so schnell und problemlos funktioniert. Mein P2P-Portfolio wird sich künftig aus Mintos, Viainvest, Estateguru und Peerberry zusammensetzen. EstateGuru ist davon die einzige Plattform, die ich sogar noch ein wenig aufgestockt habe.

Bondora G&G rechne ich hier nicht als echtes P2P dazu. Aber nachdem ich zuletzt monatelang auf mein Geld warten musste, obwohl man bei G&G heftige Renditeeinbußen für volle Liquidität in Kauf nimmt, steht G&G für mich auch auf dem Prüfstand. Macht ja keinen Sinn, sein Kapital bei vollem Risiko, aber bei geringerer Rendite und trotzdem ohne die versprochene Liquidität zu binden. Ich bin noch unschlüssig, ob ich die 2.000 Euro abziehe oder nochmal G&G aktiviere.

Bei Grupeer gibt es immer wieder mal ein Update, aber bisher kann noch kein nicht-investiertes Geld abgezogen werden. Ich bin nach wie vor gespannt, ob sich noch etwas retten lässt.

In meinem P2P-Portfolio verbleiben:

  1. Grupeer (15,2%) => angeblich soll demnächst die Rückzahlungsphase beginnen.
  2. Flender (12,04%) => im Entsparungsprozess
  3. Robocash (12%) => fast vollständig entspart
  4. Lenndy (12%) => erfolgreich entspart
  5. Bulkestate => im Entsparungsprozess
  6. Mintos (11,89%)* => läuft
  7. Viainvest (11,76%) => läuft
  8. EstateGuru (11,42%)* => läuft + neues Kapital
  9. Peerberry (9,60%) => läuft
  10. ? Bondora G&G (6,75%)* ? => „on hold“
Die Zinsen für P2P erholen sich nach dem unruhigen Jahresbeginn.

Aktien und ETFs

Im letzten Quartalsbericht konnte man lesen: „Und wenn alles ganz anders kommt, schraube ich die ETF-Sparpläne hoch, erweitere um 1-2 Einzelaktien-Sparpläne und senke peu à peu die Liquidität.“

Bisher kam alles anders.

Daher habe ich:

  • meinen All-World-ETF-Sparplan hochgeschraubt
  • einen kleinen Betrag in Intel investiert
  • einen Sparplan für Münchener Rück angelegt (mit rund 20 Seiten Papier. Ja. Ich habe einen Aktiensparplan angelegt, indem ich einen BRIEF an meine Depotbank geschickt habe. Man man man.)

Dividenden gab es im vergangenen Quartal von:

  • Daimler
  • Conti
  • Vonovia
  • Jenoptik
  • Evonik

Dank Corona habe ich einige Dividendenkürzungen in 2020 zu verbuchen. Normalerweise wäre ich auf knapp 1.200 Euro über das komplette Jahr verteilt gekommen; erhalten habe ich nur etwa die Hälfte. Klar, Lufthansa hat natürlich überhaupt nichts gezahlt, aber auch Freenet, Pfeiffer Vakuum, Daimler und Jenoptik haben nur Bruchteile der bisherigen Dividenden gezahlt. Da ist man doch mal froh, nicht auf die Zahlungen angewiesen zu sein …

Meinen All-World-ETF habe ich erhöht und musste dafür erstmal einen zweiten Sparplan anlegen, da Sparpläne bei meiner Depotbank auf 500 Euro je Sparplan limitiert sind. Bitte was? Somit laufen jetzt 3 Sparpläne auf 2 ETFs, wobei der EM-ETF immerhin nur quartalsweise Kaufkosten verursacht. Im Jahr komme ich so auf ETF-Kaufkosten von 28 Euro. Nun gut.

Gleichzeitig wollte ich bei meinem Depot mit deutschen Einzelaktien gerne einen Aktiensparplan ausprobieren – bisher habe ich Einzelaktien ausschließlich per Einmalkauf erworben. Und damit es sich auch lohnt, habe ich mir für (bei anderen Brokern gerne auch mal mit Zusatzkosten verbundene) Namensaktien von Münchener Rück entschieden. 1,25% vom Kurswert verlangt die DB je Ausführung – bei 100 Euro Sparplanrate sollten das also monatlich 1,25 Euro sein, 15 Euro im Jahr.

Um die Kaufkosten mal ins Verhältnis zu setzen: Ich werde den Sparplan für Münchener-Rück-Aktien 30 Monate lang laufen lassen. Dieser Testlauf ist mir, im Vergleich zum Einmalkauf, knapp 28 Euro Mehrkosten wert. Ich bin gespannt, ob ich mich in 30 Monaten ärgere, nicht am Tag der Sparplaneinrichtung einfach einen Einmalkauf getätigt zu haben, oder ob ich durch die Sparplanausführungen einen Vorteil habe.   

Und weil ich schon lange vorhatte, auch in internationale Einzelaktien zu investieren und um in der Praxis die ganze Chose rund um Doppelbesteuerungsabkommen etc. durchzuspielen, habe ich mir eine kleine Position an Intel-Aktien zugelegt.

Sonstige Investments und Einnahmen

Was machst Du mit Deinen Payback-Punkten? Einmal im Jahr lasse ich sie mir einfach bar ausbezahlen – und gefühlt wird es jedes Jahr schwieriger, den Barauszahlungsbutton zu finden … Aber für „einfach nur eine Karte vorzeigen“ sind es doch leicht verdiente 60-80 Euro (die ganze Familie punktet für mich mit ❤ ).

Außerdem bin ich nach wie vor stark am Verkleinern unserer Verbindlichkeiten und von allem, was uns eher blockiert als Freude zu bereiten. Dazu hat in den letzten Jahren leider auch mein Motorrad gehört. Ich habe für die Transalp einen guten Preis bekommen und spare künftig um die 50 Euro monatlich – alle Details rund um diese Entscheidung findest Du im dazugehörigen Blogartikel. Das heißt: Mehr liquide Mittel zum Investieren! 🙂

Humankapital & Medien

Im letzten Quartal fand ich folgenden Besucher auf meinem Büchertisch unterhaltsam und empfehlenswert:

  • „Außergewöhnlich erfolgreich“ von gründer.de: 30 inspirierende Geschichten, die letztendlich (bis auf eine Ausnahme) alle die gleiche Message haben: Loslegen statt Zerdenken ist der Schlüssel zum Erfolg!

Das Thema „Humankapital“ bin ich im letzten Quartal bereits aktiv angegangen und habe es noch ein wenig ausgeweitet:

  • Ich konnte erfolgreich ein TÜV-Zertifikat zum Projektmanager absolvieren
  • Ich habe mir 10 Online-Kurse auf Udemy gegönnt und baue so Wissen einerseits für meinen Hauptjob, aber auch für meine Selbständigkeit auf und kümmere mich gleichzeitig um die Persönlichkeitsweiterentwicklung

Das Jahr neigt sich dem Ende zu! Im kommenden Quartal ist nochmal Gas geben angesagt, um meine Ziele für 2020 zu erreichen. Bei einigen ist schon ein Haken dahinter, aber auf dem Plan steht u. a., weitere Assetklassen in mein Portfolio aufzunehmen – REITs und/oder Kryptowährungen beispielsweise. Nichts leichter als das!

Und weil es so schön war: Für unsere Actionwoche im wundervollen Slowenien habe ich gerne um die 400 Euro ausgegeben – mit Canyoning, Rafting, Wandern, Klettersteigen und einem Tagesausflug ins fast komplett leere Venedig. Zum Leben einer Rich Bitch gehören schließlich unvergessliche Erinnerungen, und davon nicht zu wenige. Check!

Und bei Dir? Erreichst Du dieses Jahr Deine Ziele? Wie sind die letzten Monate bei Dir gelaufen – und was hast Du dazugelernt? Rennst Du, wie so viele aktuell, aus dem P2P-Markt raus oder setzt nur noch auf rein passive Investments wie ETFs? Lass es mich in den Kommentaren wissen!

5 Gedanken zu “Rückblick Q3 2020: Auf dem Weg zum selbstgeschaffenen Grundeinkommen

  1. Hallo Sventja,

    erst mal gratuliere zu deinem super Blog, den ich wirklich sehr gern lese.

    Eine Frage hat sich ergeben: Wofür bekommst du die Payback-Punkte?

    Lg, Renate

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    1. Hi Renate, danke für Deinen netten Kommentar!

      Die Payback-Punkte bekomme ich für Essenseinkäufe bei verschiedenen Läden (Real, Rewe, Penny) oder auch mal beim Tanken bei bestimmten Tankstellen (Aral etc.). Über die Payback-App kann man die Punkte häufig via Coupons vervielfachen und hat so die Karte immer auf dem Handy dabei. So kommt über die Zeit doch eine ganz schöne Summe zusammen. Meine Eltern nutzen meine Zweitkarte/Partnerkarte, da sie keine eigene nutzen möchten (gläserner Kunde und so).

      Oder meintest Du mit Deiner Frage etwas anderes?

      Stay tuned!
      Sventja

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  2. Hallo Sventja,
    anstatt der Intel-Aktie wäre es wohl „cleverer“ gewesen auf AMD zu setzen.
    Vor einigen Jahren wollte ich mir die Aktie dann doch nicht kaufen, da sie mir mit rund 7 Euro schon zu hoch im Kurs war. Naja 😉

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    1. Hallo Thomas,

      AMD oder Intel – keine ganz leichte Entscheidung. Platzhirsch oder potenzieller Marktführer-in-spe? Bei der kleinen Intel-Position, die ich mir zugelegt habe, ging es mir auch darum, mal wieder ins aktive Aktienkaufen zu kommen. Das war ja doch ein Weilchen her, seit ich zuletzt aktiv in Einzelaktien investiert hatte (die mittlere Position ARERO rechne ich mal nicht dazu).

      Und hinterher ist man immer schlauer. Ich kann Dir locker 10 Aktien nennen, bei denen ich gezögert und so 400-1000% Wertsteigerung verpasst habe. Aber: Ich kann Dir auch 20 Aktien nennen, die jetzt schlechter dastehen und die ich ebenfalls nicht gekauft habe. So ist es doch schon ein wenig ausgeglichener, oder? 😉

      Meine Lösung: Ich verringere die „Einstiegshürde“ und senke das Mindestinvest deutlich, um stärker in die Breite gehen zu können und dann lieber einmal mehr eine Aktie zu kaufen als einmal weniger.

      Viele Grüße
      Sventja

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